These 1:
Das „Superwahljahr 2009“ ist durch einen starken Rückgang der Bindungskraft der großen Volksparteien geprägt. Konnten beide große Parteien in der Vergangenheit fast 90 % aller abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen (Bundestagswahl 1969: 88,8 %; Bundestagswahl 1980: 87,4 %) ist ihr Stimmenanteil bei den letzten Wahlen mittlerweile auf weniger als 60 % der abgegebenen Stimmen gesunken. Bei der Bundestagswahl 2009 erreichten Union und SPD zusammen lediglich 56,8 % der abgegebenen Stimmen, bei der Landtagswahl im Saarland 59 %. Bezieht man diese Ergebnisse auf die Gesamtzahl der Wahlberechtigten erreichen beide große Parteien zusammen nur noch ein Potenzial von rund 40 % der Wählerinnen und Wähler. Im Vergleich zur Situation in den 70er Jahren hat sich die Reichweite der beiden großen Parteien in der Summe halbiert.