Umgehung früher als geplant - Wirtschaftsminister Georgi und OB Rippel: Wirtschaftsstandort wird gestärkt

SZ
Bereits im Jahr 2013 soll die neue Umgehungsstraße zur B 423 fertig sein, da die neue Straße ein Jahr früher als geplant gebaut werden soll. Das betonte gestern der saarländische Wirtschaftsminister Hanspeter Georgi nach einem Gespräch mit Oberbürgermeister Joachim Rippel.
Von SZ-Redakteur Joachim Schickert

 

Homburg. Bereits ein Jahr früher als bisher geplant, nämlich im Jahr 2010, soll der Spatenstich für die neue Umgehungsstraße zur Bundesstraße 423 ab der Neuen Industriestraße in Homburg erfolgen. Das haben gestern Nachmittag der saarländische Wirtschaftsminister Hanspeter Georgi und Oberbürgermeister Joachim Rippel nach einem Gespräch im Homburger Rathaus vor der Presse erklärt.

Ein Jahr zuvor wolle die Stadt Homburg damit beginnen, die Straße vom Homburger Forum bis zur Neuen Industriestraße zu bauen. Wie Georgi weiter erklärte, stehen für die Umgehungsstraße, die die Bürger in Homburg, Schwarzenbach, Schwarzenacker und Einöd vom Verkehr entlasten soll, 9,4 Millionen Euro an Bundesmitteln zur Verfügung, die vom saarländischen Wirtschaftsministerium verteilt würden.

Wie OB und Wirtschaftsminister weiter bekräftigten, werde durch die neue Umgehungsstraße, die eine Anbindung an die Autobahn 8 schafft, die Infrastruktur in der Region und der Wirtschaftsstandort im Raum Homburg bis in die Westpfalz gestärkt. Die Umgehung zur B 423 steht nach Worten Georgis als vordringlich im Verkehrswegeplan des Bundes. „Wir hoffen, dass wir 2013 das Band durchschneiden und die neue Umgehungsstraße für den Verkehr freigeben können“, so der Wirtschaftsminister. Wie OB Rippel erläuterte, sei es das Ziel, wenigstens die Hälfte der rund 28 000 Autos, die derzeit täglich durch Schwarzenbach fahren, auf die Umgehungsstraße zu lotsen.

 

Bezüglich der Diskussion um eine Wiederbelebung der alten Bahnstrecke zwischen Homburg und Zweibrücken machte Georgi deutlich, dass sich das Saarland weder an Investitionen noch an möglichen Defiziten beteiligen werde. Ein gemeinsames Gutachten der Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz habe ergeben, dass die Strecke nicht wirtschaftlich betrieben werden könne. Das sehe auch sein rheinland-pfälzischer Amtskollege Hendrik Hering so. Laut Studie sei bei Betreiben der Bahnstrecke mit lediglich 650 Reisenden pro Tag und einem Betriebsdefizit von rund einer Million Euro pro Jahr zu rechnen. Die Buslinie R7 der RSW, die Homburg und Zweibrücken verbindet, brauche hingegen seit dem vergangenen Jahr keine Zuschüsse mehr. Parallel hierzu noch eine Bahntrasse anzubieten „macht verkehrspolitisch keinen Sinn“, so Wirtschaftsminister Hanspeter Georgi.

 

HINTERGRUND:

 

Keine einzige Stimme von den anderen Parteien hatte die Drei-Mann-Fraktion der Grünen in der jüngsten Stadtratssitzung Anfang Oktober für ihr Plädoyer erhalten, die Haushaltsgelder, die für die Umgehungsstraße der B 423 vorgesehen sind, in die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Homburg und Zweibrücken zu investieren. Vielmehr hatte der Rat dafür gestimmt, der Umgehungsstraße absolute Priorität einzuräumen. Die Grünen hatten dafür plädiert, den öffentlichen Personennahverkehr zu stärken statt eine neue Straße zu bauen. Ert Durch Schwarzenbach fließt der Verkehr auf der B 423 nach wie vor dicht an dicht. Eine Umgehungsstraße soll für Entlastung der Anwohner sorgen.

 

MEINUNG:

 

Von SZ-Redakteur Joachim Schickert

 

 Kein Grund zum Risiko Saar-Wirtschaftsminister Georgi hat gestern unmissverständlich deutlich gemacht, dass das Saarland nicht bereit ist, auch nur einen Cent in die alte Bahntrasse zwischen Homburg und Zweibrücken zu stecken. Die Daten des Gutachtens, das vom Saarland und Rheinland- Pfalz in Auftrag gegeben wurde, lassen auch keinen anderen Schluss zu, denn es wird mit einem saftigen Defizit pro Jahr gerechnet. Auf der anderen Seite besteht eine sich selbst tragende Busverbindung zwischen beiden Städten. Es gibt also keinen Grund, das Wagnis einer Wiederbelebung der Bahnstrecke zu riskieren. Wer hierin dennoch investieren will, kann sich ja melden und seine Pläne offen legen.

 

 

(Anmerkung der Red.: Für eine Beschreibung der geplanten Trassenführung klicken Sie bitte hier )

(Veröffentlicht von CDU OV Homburg-Mitte)

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